Huforthopädie

Was ist Huf­ortho­pä­die?

Huforthopädie ist eine spezielle Art der Barhufbearbeitung. Der Begriff „Orthopädie“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet ins Deutsche übersetzt: „gerade“, „aufrecht“ oder „richtig“.

Auf die orthopädische Hufbearbeitung übertragen, geht es um eine Bearbeitung, die eine gleichmäßigere Nutzung der Hufe fördert. Wenn das Pferd die Bearbeitung gut annimmt, hat dies eine positive Veränderung der Hornkapsel zur Folge. Die Hufe werden also „gerader“ und komfortabler, ohne dass wir aktiv die Stellung der Hufe verändern oder die Hufe optisch in eine bestimmte Form bringen.

Was mache ich als Huf­ortho­pä­din?

Als Huforthopädin sehe ich mir die Belastung und Nutzung der einzelnen Hufe durch das Pferd an und bearbeite diese dann so, dass das Pferd verschiedene Hufbereiche zukünftig unterschiedlich schnell abreibt. Dadurch bleiben (oder werden) die Hufe langfristig gleichmäßiger und auch komfortabler. Ich mache mir also die Form- und Abriebkräfte des Bodens zunutze, die 24 Stunden am Tag auf den Huf wirken. Somit kann ich die Hufe schonend und ohne ein einseitiges Kürzen bearbeiten. Dies schont die inneren Strukturen der Pferdebeine und somit das gesamte Pferd.

Wie verläuft ein huforthopädischer Termin mit mir?

Der Ersttermin beginnt mit einer Anamnese bezüglich der Gliedmaßen und der Hufe. Außerdem sprechen wir über Haltung und Nutzung deines Pferdes, da es erheblich für die Hufbearbeitung ist. Danach sehe ich mir dein Pferd im Gang an, um zu sehen, wie es die Hufe in der Bewegung nutzt. Bevor ich dann mit der Bearbeitung beginne, fotografiere ich die Hufe. Diese Fotodokumentation hilft Veränderungen zu erkennen: Läuft in der Bearbeitung alles korrekt, gibt es positive oder negative Veränderungen? Anschließend bearbeite ich die Hufe deines Pferdes und schließe den Termin dann mit dem nochmaligen Fotografieren der Hufe ab.

Bevor wir uns verabschieden, vereinbaren wir noch einen neuen Termin. Ich bearbeite meine Kundenpferde in der Regel in einem 5-Wochen-Rhythmus. Dieser relativ kurze Rhythmus ist für die huforthopädische Arbeit sehr wichtig, da ich ja der Natur „vorweg“ arbeiten und nicht „hinterher“ arbeiten möchte.

In den Folgeterminen entfällt dann die Anamnese, wir sprechen aber über eventuelle Veränderungen in der Haltung oder Nutzung und über Auffälligkeiten an den Hufen oder im Bewegungsablauf. Fotografieren tue ich in den nachfolgenden Terminen bei Hufkrankheiten, Unregelmäßigkeiten und ansonsten ca. halbjährlich.

Ich plane für einen Ersttermin 1 bis 1,5 Stunden, für Folgetermine ca. 1 Stunde.

Wann ist eine huf­ortho­pä­dische Behandlung sinnvoll?

Eine huforthopädische Bearbeitung der Hufe ist unter anderem sinnvoll, wenn dein Pferd

  • eine regelmäßige, ihm angepasste Hufbearbeitung erhalten soll
  • von Beschlag auf Barhuf umgestellt werden soll
  • eine Huffehlstellung hat.
  • immer wieder Probleme mit Fäulnis und Strahlfäule hat.
  • unter Strahl- oder Hufkrebs leidet.
  • sehr häufig Hufgeschwüre hat.
  • eine akute oder chronische Hufrehe hat.